So machst du deinen Kurs bekannt – Insidertipps von unserem Erfolgsdozenten Juan Gabriel Gomila Salas

Wenn du als Udemy-Dozent richtig abräumen willst, reicht es nicht, spannende Lektionen aufzunehmen. Es ist mindestens genauso wichtig, den Kurs bekannt zu machen und in den sozialen Netzwerken zu promoten! Das klingt jetzt für den einen oder anderen vielleicht nach einer unlösbaren Aufgabe, ist aber eigentlich gar nicht so schwer – findet der Udemy-Dozent Juan Gabriel Gomila Salas. Juan Gabriel kann für seine 42 Kurse sensationelle 10.000 Bewertungen vorweisen und hat außerdem eine treue Fangemeinde in den sozialen Netzwerken. Die ist natürlich nicht über Nacht entstanden, sondern wurde ausgehend von einer Handvoll Freunden und Bekannten Schritt für Schritt aufgebaut.

Wir haben Juan Gabriel in San Francisco auf der Udemy Live getroffen und uns mit ihm nicht nur über seinen Anfang bei Udemy unterhalten, sondern auch darüber, was YouTube für ihn bedeutet und wie nützlich es sein kann, wenn ein Kursdozent sich auch als Privatperson zeigt.

Das Interview wird hier leicht gekürzt wiedergegeben. Das vollständige Interview kannst du dir anhören (auf Englisch):

Udemy: Wie rührst du für deine Udemy-Kurse die Werbetrommel?

Juan Gabriel: Ich habe als erstes das Nachrichtensystem (Benachrichtigungen) von Udemy genutzt. Das ist total praktisch, weil man jeden Monat zweimal die Möglichkeit hat, unterschiedliche Kurse zu promoten. Zum Beispiel kann man in einem Monat eine Kampagne zu Videospielen starten und im darauffolgenden dann einen Kurs zur App-Entwicklung promoten. Man kann auch unterschiedliche Strategien ausprobieren.

Ich habe zum Beispiel gestern gerade meinen neuen Kurs über iOS-Entwicklung gestartet und dazu einfach eine E-Mail verschickt: „Hey Leute! Das hier ist mein neuer Kurs. Ihr könnt jetzt vor allen anderen darauf zugreifen, der Kurs ist nämlich offiziell noch gar nicht fertig.“

Und das war ein absoluter Volltreffer: Allein innerhalb der ersten Stunde haben sich über 150 Teilnehmer auf den Kurs gestürzt. Das ist wirklich ein super Tool, mit dem man echt viel bewirken kann. Außerdem bin ich auch auf Facebook aktiv: Dort habe ich eine kleine Community aufgebaut, in der sich die Leute über Probleme beim Entwickeln austauschen und auch direkt an den Dozenten wenden können.

Vor Kurzem ist auch noch ein Discord-Channel dazugekommen, das ist eine Community, in der die Teilnehmer online in Echtzeit miteinander chatten können. Wer also kursrelevante Fragen hat, kann sie dort einfach stellen und bekommt manchmal schneller eine Antwort, als wenn er oder sie erst auf meine Antwort im Udemy-Kurs-Dashboard wartet. Auf diese Weise lernen die Teilnehmer auch, selbst Lösungen zu finden, indem sie Wissen und Infos untereinander austauschen. Und das ist eine echt wichtige Fähigkeit, die man erlernen sollte.

Udemy: Und wie hast du deine Facebook-Community aufgebaut?

Juan Gabriel: Das kam eher so durch Zufall. Ich habe einfach verschiedene Sachen ausprobiert und Facebook war eben auch dabei. Außerdem habe ich auch einen YouTube-Channel gestartet, der super läuft, mittlerweile haben ihn schon 3.500 Teilnehmer abonniert. Also, sie belegen meine Kurse jetzt natürlich nicht bei YouTube, sondern schauen sich dort einfach um und verschaffen sich einen Überblick. So können sie alles erstmal ausprobieren.

Das ist eine ziemlich interessante Sache: Auf YouTube kann man ja einen kleinen Ausschnitt aus seinen Kursen online stellen. Das macht man dann so zwei- oder dreimal pro Woche, sodass die Leute anfangen, sich für die Kurse zu interessieren und sich dann irgendwann später bei Udemy in den kostenpflichtigen Kurs einschreiben.

Bei Facebook läuft das etwas anders, dort poste ich nicht nur Sachen, die direkt was mit dem Kurs zu tun haben, sondern auch neue Veröffentlichungen, neue Inhalte, Infos über neue Software oder neue Programmversionen und ähnliches. Also eigentlich alles, was die unterschiedlichen, schon eingeschriebenen Kursteilnehmer interessieren könnte, damit sie merken, dass sie von mir mehr bekommen als nur den reinen Udemy-Kurs.

Udemy: Es gehören also auch andere Aktivitäten dazu als nur Kurswerbung?

Juan Gabriel: Ja. Ich bin im Moment ja gerade hier in San Francisco. Das nutze ich und poste immer mal ein paar Fotos oder mache auch mal ein kurzes Video. Grade gestern waren wir in Twin Peaks, da habe ich einfach einen 30-Sekunden-Clip über den Nebel und das allgemeine Wetter hier in San Francisco aufgenommen und gepostet. Und sowas finden die Teilnehmer super, weil sie den Dozenten damit auch ein bisschen als Menschen kennen lernen können.

Udemy: Super! Das heißt also, dass deine persönliche Präsenz in den Netzwerken dir beim Promoten deiner Kurse hilft, weil die Teilnehmer dich dadurch besser kennenlernen?

Juan Gabriel: Genau! Ich glaube, dass es den Leuten nicht nur um die Themen geht, sondern vor allem um die Menschen, die diese Themen vermitteln. Sie können meinen Kurs oder auch einen Kurs von einem anderen Dozenten belegen. Ich bin ja nicht der einzige, der dieses Thema unterrichtet. Aber letztendlich entscheiden sich die Teilnehmer für eine bestimmte Person und werden dann immer wieder Kurse dieses Dozenten oder dieser Dozentin belegen.

Udemy: Bist du selbst auch in anderen Communitys aktiv? Also, postest du beispielsweise auch in anderen Facebook-Community, um deinen Kurs zu promoten?

Juan Gabriel: Genau! Nehmen wir mal meinen aktuellen Kurs zu Machine Learning. Ich habe nach Communitys zu Python und RStudio gesucht, die sich speziell mit Data Science und Machine Learning beschäftigen.

Zuerst habe ich nur mit den Leuten in der jeweiligen Community Kontakt aufgenommen. Man fällt natürlich nicht gleich mit der Tür ins Haus und haut Werbung für seinen Kurs raus. Nein, man stellt sich erstmal freundlich vor. Hi, ich bin Mathematiker. Ich unterrichte Seminare an der Uni. Hier auf meinem YouTube-Channel könnt ihr euch ein paar kostenlose Videos ansehen.

Dann meldet man sich so alle ein, zwei Monate und postet immer wieder mal Gutscheine, damit man die ganzen unterschiedlichen Leute in diesen Communitys erreicht. Das sind zum Teil riesige Communitys mit 20.000 bis 50.000 Mitgliedern. Und sie eignen sich natürlich auch super dazu, sich weiterzubilden und Neues zum Thema zu lernen, sozusagen eine Art Wissensdatenbank.

Udemy: Du gibst dich eher als Freund… oder als Experte.

Juan Gabriel: Genau, das meinte ich. Die Teilnehmer bleiben eben bei einem Dozenten. Das war auch schon an der Uni bei den meisten wahrscheinlich so – man hat sich immer an diejenigen Professoren oder Dozenten gehalten, die einen unterstützt und einem den Weg gezeigt haben.

Und genau das versuche ich. Ich gebe kostenlos Tipps, stelle ein paar Videoclips zur Verfügung und versorge die Teilnehmer mit interessanten Infos. Damit sie sich dann irgendwann sagen: „Mensch, das ist ein echt toller Dozent, ich sollte seinen Udemy-Kurs belegen.“

Udemy: Die Kursgutscheine scheinen dir ja auch sehr wichtig zu sein.

Juan Gabriel: Genau! Ich versuche immer, möglichst den niedrigsten Preis festzulegen, also zehn Dollar, 11, vielleicht auch noch 12. Ich habe es auch schon mit bis zu 20 Dollar versucht, aber das bringt nichts, das ist den meisten zu teuer. Deshalb bleib ich immer so bei 11, 12 Dollar.

Gerade gestern, beim neuen Kurs für iOS 12, habe ich 12 Dollar als Preis festgelegt. Außerdem habe ich ihn erstmal als privaten Kurs gestartet, und nur den Leuten, die schon in einen meiner Kurse eingeschrieben sind, das Passwort gegeben. Das gibt ihnen eine Art von VIP-Gefühl.

„Wow, nur für mich!“, dass sie zu einigen wenigen Auserwählten gehören, die exklusiven Vorab-Zugriff auf meinen neuen Kurs haben. Und das kam super an!

Udemy: Also mal angenommen, jemand möchte seinen Kurs auf Facebook promoten, vielleicht sogar eine Gruppe aufbauen, hat aber eigentlich gar keine Follower. Gut, vielleicht ein oder zwei Leute. Wie sollte derjenige vorgehen?

Juan Gabriel: Ich habe mit meiner Familie und den Freunden angefangen, die ich im Job hatte. Zu dieser Zeit habe ich in Spanien in einer Firma gearbeitet, die Videospiele entwickelte. Ich habe einfach alle angequatscht und ihnen erzählt, dass ich eine neue Community starten will. Dann habe ich auch gleich Gratis-Gutscheine für meinen Udemy-Kurs verteilt, sodass das dann tatsächlich meine ersten Kursteilnehmer wurden.

Außerdem finde ich, dass es unheimlich effektiv ist, zwei verschiedene soziale Netzwerke zu kombinieren. Beispielsweise kann man auf YouTube einmal pro Woche ein Video posten und das dann in der eigenen Facebook-Community promoten, das ergänzt sich super und ist der einfachste Weg, etwas Neues zu starten.

Udemy: Wie viel Zeit verbringst du so ungefähr pro Woche mit dem Promoten deiner Kurse in den sozialen Netzwerken?

Juan Gabriel: Zurzeit ist das echt wenig, vielleicht so zwei oder drei Stunden die Woche. Das hält sich also echt in Grenzen. Wenn ich aber gerade neue Kurse am Start habe, bereite ich immer zwei oder drei Posts vor, diverse Gutscheine, eine Erinnerung an das Rabattangebot während der ersten 24 Stunden… dafür geht dann natürlich ein bisschen mehr Zeit drauf als normalerweise.

Udemy: Gibt es deiner Meinung nach auch Sachen, die Dozenten lieber lassen sollten, wenn sie die Promotion für ihre Kurse in den sozialen Netzwerken planen?

Juan Gabriel: Genau! Ich habe es ein paarmal mit Werbeanzeigen bei Facebook versucht, aber das hat nur bei zwei oder drei Kursen tatsächlich funktioniert. Und das waren ganz spezielle Kurse zum Thema Machine Learning, was in dem betreffenden Jahr ein total angesagtes Thema war.

Im Allgemeinen bringt das aber für Udemy-Kurse nicht viel. Udemy hat doch die ganzen Marketingmöglichkeiten, das Geld, die Plattform… Und ich kann mich auf das konzentrieren, womit ich mich auskenne: Ich erstelle Kurse und gebe mein Fachwissen weiter.

Udemy: Was sollte man als Allererstes tun, wenn man gerade erst als Udemy-Dozent anfängt?

Juan Gabriel: Das Erste, was ich machen würde, wäre, einen YouTube-Channel zu erstellen, weil man mit YouTube echt viel bewirken kann. Selbst wenn du eine tolle Kurs-Landing-Page hast, kommst du bei Udemy-Kursen ohne weitere Werbung nur begrenzt weit.

Denn was sieht ein potenzieller Kunde auf Udemy bei deinen Kursen als Erstes? Den Preis. Er muss bezahlen, um den Kurs zu belegen. Klar, er kann sich ein paar kostenlose Lektionen ansehen, aber das bedeutet noch nicht, dass er den Kurs auch kauft. Er will erstmal etwas über den Dozenten erfahren, ihn ein bisschen kennen lernen oder auch anhand der Bewertungen abschätzen, ob es sich um einen vertrauenswürdigen Kursleiter handelt.

Auf YouTube ist dagegen erstmal alles kostenlos. Du kannst dort herumstöbern, dir ein Video ansehen, dann noch eins… Deshalb würde ich wahrscheinlich als Erstes einen YouTube-Channel aufbauen, in dem ich so 10 bis 20 Prozent meines Kurses kostenlos zum Ansehen einstellen würde. Das können sich die Leute ansehen und bewerten.

So bekommt man als Dozent gleich ein bisschen Feedback, denn wenn man erstmal ein paar Likes bekommt, weiß man, dass man auf dem richtigen Weg ist. Und wenn es eher „Daumen runter“ sind, naja, dann weiß man eben gleich Bescheid, dass man wahrscheinlich nicht auf dem richtigen Weg für einen Udemy-Kurs ist.

Bist du startklar zur Erstellung deines Kurses? Na dann los!

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