Barrierefreien Lern-Content erstellen

Barrierefreiheit bedeutet, deinen Content so zu gestalten, dass er für so viele Menschen wie möglich problemlos zugänglich und nutzbar ist. Bei dem Begriff „barrierefrei“ denken viele in erster Linie an Content, der für Menschen mit körperlichen Einschränkungen (z. B. Seh- oder Gehörproblemen) zugänglich ist. Es geht dabei aber auch um viele weitere Gruppen, z. B. Menschen, die nur Mobilgeräte nutzen, Menschen, die eine sehr langsame Internetverbindung haben, Menschen mit Lernschwächen, ältere Menschen und viele mehr. 

Mit barrierefreiem Content verbesserst du das Lernerlebnis für wirklich alle Nutzer. Außerdem erweiterst du deine Zielgruppe, wenn dein Content auch für Menschen mit Einschränkungen zugänglich ist.

Barrierefreiheit spielte bei der Video-Content-Erstellung bisher leider kaum eine Rolle, und viele glauben außerdem, dass es die Produktionskosten in die Höhe treibt. Das ist aber gar nicht unbedingt der Fall. 

Wir haben ein paar allgemeine Tipps für mehr Barrierefreiheit in deinem Kurs zusammengestellt, die sich auf zwei Hauptbereiche beziehen:

  • Tipps für die Erstellung von barrierefreiem Video-Content
  • Tipps für die Erstellung von barrierefreiem Kurs-Content

Tipps für die Erstellung von barrierefreiem Video-Content

Der Abschnitt zur Erstellung von barrierefreiem Video-Content ist in zwei Themenbereiche untergliedert:

  • Audio-Content
  • Visueller Content

Audio-Content

Zunächst einmal solltest du dir im Klaren darüber sein, dass viele Teilnehmer deinen Kurs vielleicht gar nicht ansehen, sondern nur anhören. Außerdem werden Kurse häufig über ein Smartphone wiedergegeben, sodass die Teilnehmer auf deine verbalen Anweisungen angewiesen sind, um ihre Kurse flexibel nutzen zu können. Blinde Teilnehmer oder Teilnehmer mit eingeschränkter Sehkraft können den angezeigten Inhalt nicht oder nicht richtig sehen und vertrauen deshalb auf die Audiowiedergabe. Gehörlose oder gehörgeschädigte Teilnehmer konzentrieren sich auf die Audiowiedergabe in Form von Untertiteln. Um deinen Kurs so barrierearm wie möglich und damit auch für diese Teilnehmergruppen zugänglich zu machen, solltest du dafür sorgen, dass dein Kursinhalt auch allein über den Audio-Content und die Untertitel gut verständlich vermittelt wird. 

Wenn du versuchst, den Audio-Content so aussagekräftig zu machen, dass der Kursinhalt allein darüber vollständig vermittelt wird,  lernst du unglaublich viel über Präsentation und Unterrichtsaufbau. Und bei den Teilnehmern, die die visuelle Darstellung, intensiviert die Audiobeschreibung den Effekt deines Unterrichts und vertieft ihr Verständnis. Es gibt drei Methoden, den Audio-Content deiner Videos barrierefrei zu gestalten:

  • Beschreibe, was auf grafischen Darstellungen zu sehen ist
  • Sprich deutlich und gut verständlich
  • Stelle Untertitel bereit

Beschreibe, was auf grafischen Darstellungen zu sehen ist oder was du gerade tust

Beschreibe alle Details des visuellen Contents, die für den Kursinhalt relevant sind.  Wenn eine neue Folie angezeigt wird, nenne am Anfang immer den Titel oder gib ihn in die ersten Sätze zu dem Thema an.

Statt: „Lies die Folie oder den Text auf dem Bildschirm.“

„Wie du siehst, sind die Bewertungen für meinen Kurs ziemlich positiv, und eine Teilnehmerin hat sogar geschrieben, dass sie dank des Kurses ihren Traumjob ergattert hat!“

Vermeide bei der Beschreibung von Bildern Eigenschaften, für die Sehvermögen nötig ist, wie z. B. Farbe, Form oder die räumliche Position. (Z. B. „klicke auf das Quadrat“, „im Feld auf der linken Seite“, „der blaue Text in Großbuchstaben“). 

Statt: „Wenn ich das hier so mache, funktioniert es ganz einfach“, sondern beschreibe alle Schritte genau: 

„Ich markiere den gesamten Absatz mit der Maus und klicke dann auf den Button „Links ausrichten“.  Diese Option findest du auch im Menü „Format“.“

Sage nicht: „Ich will hier Zeile für Zeile durchgehen und zack, schon bin ich in der Routine!“, sondern beschreibe alle Schritte genau: 

„Nach dem Breakpoint in der Routine gehe ich mit F7 durch den Code.  Ich hätte auch direkt hier im Funktionsbereich auf den Button „Einzelschritt“ klicken können.“

Sprich deutlich und gut verständlich

Du kannst davon ausgehen, dass für zwei Drittel deiner Teilnehmer die Unterrichtssprache eine Fremdsprache ist.  Und für Menschen, die eine Sprache nicht als Muttersprache sprechen, sind Redewendungen häufig völlig unverständlich. Achte in deinem Skript darauf, dich klar verständlich ausdrücken und keine Redewendungen zu verwenden, um Rücksicht auf diese Teilnehmergruppe zu nehmen.

Sprich langsam und formuliere sorgfältig in einfacher Sprache. Erkläre neue Themen ausführlich und in Ruhe. Davon profitieren alle Teilnehmer und besonders solche, die etwas mehr Zeit brauchen, um den Inhalt zu begreifen, den Text zu lesen und für die die im Kurs vermittelten Konzepte vielleicht ganz neu sind.

Stelle Untertitel bereit

Udemy bietet zwar automatisch generierte Untertitel und Transkripte für Kurse auf Englisch, Spanisch und Portugiesisch an, diese sind aber leider nicht fehlerfrei. Du solltest die generierten Untertitel überprüfen und eventuelle Fehler korrigieren. In den Untertiteln muss alles, was im Video gesagt wird, exakt wiedergegeben werden:

  • Achte darauf, dass Eigennamen, Fachbegriffe und technische Ausdrücke richtig geschrieben sind.
  • Lösche Füllwörter und Versprecher nicht aus den Untertiteln heraus, weil dies bei Teilnehmern, die zuhören und gleichzeitig die Untertitel lesen, unangenehme abweichende Wahrnehmungen (sogenannte kognitive Dissonanz) erzeugt.

Hier findest du weitere Infos über die automatisch erzeugten Untertitel von Udemy. Achte besonders darauf, dass Eigennamen und unbekannte Schlüsselbegriffe korrekt wiedergegeben werden. Für Videos und Live-Audio mit Untertiteln wird von Udemy auch ein Transkript erzeugt.

Hier wird erklärt, wie du deine eigenen Untertitel für Kurse hochlädst, für die keine automatischen Untertitel erzeugt werden (Kurse in allen Sprachen außer Englisch, Portugiesisch und Spanisch).

Übersicht über die Erstellung von barrierefreiem Audio-Content

  • Versuche, das Audioskript eigenständig aufzubauen, wie ein Hörbuch. Das Skript sollte nach Möglichkeit nicht von visuellen Elementen abhängen.
  • Beschreibe alle Details des visuellen Contents, die für den Kursinhalt relevant sind. 
  • Gib den Teilnehmern Zeit, das Gehörte zu verarbeiten. Sprich in einem gemäßigten Tempo, in dem sie dir gut folgen können. Lege zwischendurch kleine Sprechpausen ein, damit die Teilnehmer den Audio- und visuellen Content aufnehmen und verarbeiten können.
  • Drücke dich einfach aus. Vermeide übermäßig lange Sätze und Absätze. 
  • Verwende allgemein bekannte Wörter und vermeide eine zu umgangssprachliche Ausdrucksweise. Auch auf Abkürzungen, Fachbegriffe und komplizierte Metaphern oder Redewendungen solltest du verzichten. 
  • Bleibe klar und präzise und wiederhole besonders wichtige Punkte, um ihre Bedeutung zu unterstreichen. Wenn du denselben Sachverhalt mehrfach auf verschiedene Art und Weise ausdrückst, kann das hilfreich für das Verständnis der Teilnehmer sein.
  • Achte darauf, dass der gesprochene Content präzise in den Untertiteln wiedergegeben wird.

Visueller Content

Viele Dozenten geben sich sehr viel Mühe mit den visuellen Aspekten ihrer Videos. Eine ansprechende, einheitliche visuelle Gestaltung ist wirklich sehr wichtig, dennoch haben wir hier mal ein paar Tipps zusammengestellt, wie du deinen Content für so viele Personen wie möglich zugänglich und nutzbar machen kannst. Sehbeeinträchtigungen reichen von der allgemein bekannten Kurz- und Weitsichtigkeit über Rot-Grün-Sehschwäche bis hin zum vollständigen Verlust der Farbwahrnehmung, sehr geringem Sehvermögen, verschwommenem Sehen und dem sogenannten Tunnelblick. Um visuellen Content für so viele Personen wie möglich zugänglich zu machen, musst du dich nur an ein paar Grundprinzipien halten:

Schriftart und Schriftgröße

  • Eine durchgehende Großschreibung von Wörtern kann die Lesbarkeit beeinträchtigen. Vermeide es daher, IN GROSSBUCHSTABEN zu schreiben.
  • Denke daran, dass viele Teilnehmer den Kurs auf einem Mobilgerät ansehen. Achte deshalb darauf, eine Schriftart zu wählen, die auch auf kleineren Displays gut zu erkennen ist. Wir empfehlen eine Schriftgröße von mindestens 12 Punkt, besser noch 14–16 Punkt.

Farbe

  • Setze Farben mit Bedacht ein. Teilnehmer mit eingeschränkter Sehfähigkeit oder Farbblindheit können Videos oder Begleitmaterialien mit ungünstigem und mangelhaftem Farbkontrast nicht oder nur mit Mühe erkennen. Du solltest Content daher nicht auf eine Weise hervorheben, für die die Nutzer in der Lage sein müssen, zwischen verschiedenen Farben zu unterscheiden. Zusätzlich zu farbigen Markierungen könntest du beispielsweise Beschriftungen nutzen.
  • Setze leuchtende und grelle Farben bzw. Neonfarben nur sehr sparsam ein. Für Teilnehmer mit eingeschränktem Wahrnehmungsvermögen wird es durch grelle Farben schwerer, den Inhalt zu erfassen.

Sonstiges

  • In der Kürze liegt die Würze. Manche Teilnehmer empfinden komplexe visuelle Darstellungen möglicherweise als verwirrend und können sich dadurch schlechter auf das Thema des Videos konzentrieren.
  • Schnell blinkender Content sollte generell vermieden werden, da er Krampfanfälle auslösen kann. Dies gilt insbesondere für rot blinkenden Content.

Übersicht über die Erstellung von barrierefreiem visuellen Content

  • Vermeide es, IN GROSSBUCHSTABEN zu schreiben.
  • Achte darauf, dass Text und Grafiken auf dem Display immer groß genug sind, um auch von Personen mit eingeschränktem Sehvermögen erkannt und gelesen zu werden.  Verwende eine angemessene Schriftgröße, nicht kleiner als 12 Punkt. 
  • Die Farben sollten sich deutlich voneinander unterscheiden und für einen ausreichenden Kontrast zwischen Inhalt und Hintergrund sorgen.
  • Vermittle Informationen nicht ausschließlich anhand von Farben.  Das gilt besonders für Diagramme und Grafiken in deinen Videos. Stell dir vor, wie deine Grafiken in Schwarz-Weiß aussehen würden.  Wäre der Inhalt für alle verständlich? 
  • Benutze keine grellen Farben.
  • Der Hintergrund sollte möglichst ruhig und übersichtlich sein. 
  • Das Layout und Design sollten übersichtlich und zurückgenommen sein. Die Teilnehmer sollten sich mühelos in deinem Content zurechtfinden können.
  • Setze Abbildungen, Symbole usw. nur ergänzend zum Text ein, nicht als Ersatz.  
  • Vermeide schnell blinkenden Content. Frequenzen, bei denen der Content mehr als 3-mal pro Sekunde blinkt, können Krampfanfälle auslösen. 
  • Achte auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik sowie gute Lesbarkeit.

Tipps für die Erstellung von barrierefreiem Kurs-Content

Bei Udemy gehören Video- und Kurs-Content eng zusammen: Sie festigen den Lernstoff und vermitteln neue Skills. Wenn der Kurs-Content nicht barrierefrei ist, dann ist auch der Kurs nicht barrierefrei.

Der Abschnitt zur Erstellung von barrierefreiem Kurs-Content ist in vier Themenbereiche untergliedert: 

  • Content übersichtlich strukturieren
  • Aussagekräftige Semantik der Dokumente
  • Alternativer Text für Bilder/Medien
  • Farbkontrast

 

Screenreader können Content besser wiedergeben, wenn dieser mithilfe von semantischer Textauszeichnung erstellt wurde („Semantic Markup“). Korrekt formatierte Listen und Tabellen werden von einem Screenreader beispielsweise so wiedergegeben, dass dem Hörer die Listen- bzw. Tabellenstruktur angemessen vermittelt wird. 

Außerdem solltest du unbedingt wissen, was die Textwiedergabe für Screenreader erschwert.  Wenn Zellen in einer Tabelle zusammengeführt werden, kann dies die Navigation und das Verständnis bei Verwendung eines Screenreaders erschweren.  Außerdem kann es passieren, dass der Screenreader verwirrende Informationen wiedergibt, wenn keine semantische Formatierung vorgenommen wurde.   Zum Beispiel werden Aufzählungspunkte, die mit einem Sternchen und der Tabulatortaste erstellt werden, vom Screenreader nicht als „Aufzählungspunkt“, sondern als „Sternchen“ und „Tabulator“ vorgelesen.

Content übersichtlich strukturieren

Strukturiere deinen Text übersichtlich und unterteile den Content in kürzere Absätze mit aussagekräftigen Überschriften. So lässt sich der Content leichter übersehen und ist für alle Teilnehmer besser lesbar.

Setze ein Inhaltsverzeichnis oder eine Kurzzusammenfassung des Inhalts an den Beginn jedes Dokuments (ein oder zwei Sätze bzw. eine Aufzählungsliste).

Zusätzlich solltest du den Teilnehmern eine Liste wichtiger Begriffe mit Definitionen (Glossar) zum Download bereitstellen, in der sie während des Kurses nachschlagen können. Nach Möglichkeit solltest du auch für alle im Kurs verwendeten Folien einen Link oder Begleitmaterial zum Herunterladen bereitstellen.

Achte auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik sowie gute Lesbarkeit. Im Idealfall sollte sich ein Freund deinen Kursinhalt durchlesen und die Übungen ausprobieren, um eventuelle Fehler oder Unstimmigkeiten zu finden.

Aussagekräftige Semantik der Dokumente

Insbesondere für blinde Teilnehmer und Teilnehmer mit Sehbehinderung ist die Semantik, d. h. die Bedeutung der verschiedenen, im Begleitmaterial enthaltenen Teile extrem wichtig. Die Semantik sorgt dafür, dass die Teilnehmer verstehen, ob ein bestimmtes Textelement eine Überschrift oder Fließtext ist bzw. ob es sich in einer Liste oder einem Absatz befindet. Viele Teilnehmer nutzen einen Screenreader (z. B. JAWS, NVDA oder Voiceover) für den Zugriff auf den Content und dies wird enorm erleichtert, wenn der Content mithilfe von semantischer Textauszeichnung erstellt wurde. Korrekt formatierte Listen und Tabellen werden von einem Screenreader beispielsweise so wiedergegeben, dass dem Hörer die Listen- bzw. Tabellenstruktur angemessen vermittelt wird. 

Außerdem solltest du unbedingt wissen, was die Textwiedergabe für Screenreader erschwert.  Wenn Zellen in einer Tabelle zusammengeführt werden, kann dies die Navigation und das Verständnis bei Verwendung eines Screenreaders erschweren.  Außerdem kann es passieren, dass der Screenreader verwirrende Informationen wiedergibt, wenn keine semantische Formatierung vorgenommen wurde. 

In diesem Abschnitt gehen wir nur flüchtig auf den Einsatz von Semantik in digitalen Ressourcen ein, aber am Ende dieses Dokuments findest du weiterführende Begleitmaterialien, in denen erklärt wird, wie du Semantik auf das spezielle Programm anwendest, das du für die Erstellung von Begleitmaterial-Content nutzt.

Struktur der Überschriften

Strukturiere deinen Content mithilfe von echten Überschriften (im Editor auch „H1“ oder „Heading 1“ genannt). Der Titel des Dokuments sollte eine Überschrift ersten Grades sein, auf der nächsten Ebene folgt eine Überschrift zweiten Grades usw. Überspringe keine Überschriftenebenen (z. B. von der ersten direkt zur dritten Ebene).

Überschriften sind eine gute Methode, um den Content barriereärmer zu machen. Der Einsatz von echter Semantik und visuell vermittelten Überschriften macht den Content für alle Teilnehmer – mit und ohne Sehbehinderung – übersichtlicher.

Beispiele für echte Überschriften

Echte Aufzählungslisten

Nutze für die Erstellung von Listen weder die Tabulatortaste noch das Sternchen. Erstelle richtige Listen mit Aufzählungspunkten oder Nummerierungen.

Einfache Tabellenstrukturen

Sei vorsichtig bei übergreifenden Zeilen oder Spalten und vermeide mehrere Ebenen von Tabellenüberschriften. Das passiert, wenn Zeilen oder Spalten zusammengeführt werden. Verzichte im visuellen Layout nach Möglichkeit auf Tabellen.

Achte darauf, Links mit einem aussagekräftigen Namen zu versehen.

Vermeide Formulierungen wie:

  • „Klicke hier“ 
  • „Hier“
  • „Mehr“
  • „Weitere Infos“
  • „Weiterlesen“
  • „Weiter“ 

Verwende für Links nicht nur die reine URL, wie z. B. www.abcde.com.

Alternativer Text für Bilder/Medien

Gib für die Bilder in deinen Dokumenten, Folienpräsentationen usw. einen eindeutigen, kontextbezogenen alternativen Text ein.  Dieser Text wird über einen Screenreader oder andere Unterstützungstechnologien (Assistive-Technologien) laut vorgelesen.

  • Es gibt viele Tools, in denen du alternativen Text für Bilder angeben kannst. Diese Felder tragen beispielsweise die Bezeichnung „alt. Text“, „alternativ“ oder auch „Bildbeschreibung“. Nutze dieses Feld (sofern vorhanden). um alternativen Text für Bilder anzugeben.
  • Der alternative Text sollte nicht unbedingt eine Beschreibung des Bildes enthalten, sondern den Content und seine Funktion angeben. Wenn du das Bild entfernen müsstest, welchen Text würdest du stattdessen schreiben? Oder anders gefragt: Wenn du das Bild jemandem per Telefon beschreiben müsstest, überlege, was du sagen würdest, und formuliere daraus deine Bildbeschreibung.
  • Wenn ein Bild rein dekorativ ist, keinen relevanten Content bzw. keine Funktion bietet oder der alternative Text im umgebenden Fließtext enthalten ist, dann solltest du den alternativen Text für dieses Bild weggelassen (in einigen Tools gibt es dafür die Option „leer“). 
  • Beschreibungen wie „Bild von“ oder „Link zu“ kannst du weglassen. Die Unterstützungstechnologie vermittelt dem Zuhörer, dass es sich um ein Bild handelt!
  • Fasse dich so kurz wie möglich, ohne dass dabei Klarheit oder Kontext verloren geht.

Beispielbild

Auf einer Couch sitzen ein Junge mit einem Smartphone, ein Mädchen mit einem Tablet und noch ein Mädchen mit einem Laptop.

Standardmäßiger alternativer Text (Bildname): kids-tech-revised.jpg
Im Text wird standardmäßig der Name der Bilddatei angegebenen, was möglicherweise nicht hilfreich ist.

Geänderter alternativer Text: Auf einer Couch sitzen ein Junge mit einem Smartphone, ein Mädchen mit einem Tablet und noch ein Mädchen mit einem Laptop.

Achte auf starken Farbkontrast

Achte auf einen starken Farbkontrast, besonders zwischen Text und Hintergrund. Dies gilt auch für Bilder, die Text enthalten.

Wenn du Farben verwendest, überprüfe im WebAIM Color Contrast Checker , ob der Farbkontrast ausreichend ist und die Farben für eine barrierefreie Nutzung geeignet sind. 

Hinweis: Am besten überprüfst du immer genau deinen speziellen Anwendungsfall in diesem Kontrastprüfungsprogramm. In den folgenden Beispielen haben wir die Wirkung von farbigem Text vor  einem weißen Hintergrund überprüft.

Hier sind einige Beispiele für Farben, die diese Prüfung nicht bestanden haben und daher vermieden werden sollten (ihre Wertung liegt unter 4,5:1):

Beispiele für Farben, die die Kontrastprüfung nicht bestanden haben und daher vermieden werden sollten: Gelb, Hellgrün, Orange, Pink und Rot.

Die folgenden Farben sind gut geeignet, da sie einen guten Kontrast bilden: (4,5 bis 7) 

Beispiele für Farben, die einen guten Kontrast bieten: Blau, Dunkelgrün und Violett 

Den besten Kontrast bieten die folgenden Farben:  (über 7) 

Beispiele für Farben, die den besten Kontrast bieten: Rotbraun, sehr dunkles Grau und Schwarz

Vorsicht bei Datentabellen

  • Verwende eine möglichst einfache Tabellenstruktur. Sei vorsichtig bei übergreifenden Zeilen oder Spalten und vermeide mehrere Ebenen von Tabellenüberschriften. Das passiert, wenn Zeilen oder Spalten zusammengeführt werden und kann bei Nutzern von Screenreadern zu Verwirrung führen.
  • Verzichte im visuellen Layout nach Möglichkeit auf Tabellen.

Übersicht über die Erstellung von barrierefreiem Kurs-Content

Content

  1. Achte auf eine übersichtliche Struktur des Texts und unterteile den Content in kürzere Absätze.
  2. Setze ein Inhaltsverzeichnis oder eine Kurzzusammenfassung an den Anfang langer Dokumente.
  3. Füge als Begleitmaterial ein Glossar mit Begriffserklärungen hinzu.
  4. Achte auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik sowie gute Lesbarkeit.
  5. Vermeide es, IN GROSSBUCHSTABEN zu schreiben.

Semantik der Dokumente

  1. Verwende die semantische Textauszeichnung.
  2. Verwende echte Aufzählungslisten (nummeriert oder mit Aufzählungszeichen).
  3. Verwende eine möglichst einfache Tabellenstruktur.
  4. Strukturiere den Content mithilfe von echten Überschriften. 
  5. Achte darauf, Links mit einem aussagekräftigen Namen zu versehen.
  6. Verwende für Links nicht die reine URL, es sei denn, das Dokument soll ausgedruckt werden oder die URL ist relevanter Bestandteil des Inhalts.

Alternativer Text

  1. Gib für die Bilder in deinen Dokumenten, Folienpräsentationen usw. einen passenden alternativen Text ein.  

Farbkontrast

  1. Achte auf starken Farbkontrast. 

Infomaterialien zu barrierefreien Dokumenten

Wir empfehlen dringend die Verwendung von Microsoft Office-Programmen (wie z. B. Word, Excel, PowerPoint), um möglichst barrierefreie Word-Dokumente, Tabellenblätter und Präsentationen zu erstellen, die auch von Teilnehmern bearbeitet werden können, die Screenreader und andere Unterstützungstechnologien nutzen. Google Workspace-Programme (Google Docs, Google Tabellen, Google Präsentationen) eignen sich im Allgemeinen nicht so gut für den Einsatz von Unterstützungstechnologien.

Infomaterial über barrierefreie Web Aim-Dokumente

Infomaterial über Barrierefreiheit in der Microsoft Suite

Barrierefreiheit in Google Docs oder Google Präsentationen

Infomaterial über Barrierefreiheit in Adobe PDF

Weitere Infomaterialien über Barrierefreiheit

Weitere Informationen zu Udemys Bestrebungen für mehr Barrierefreiheit findest du in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit. Dort erfährst du auch, wie du uns Anregungen und Vorschlägen zur Verbesserung der Barrierefreiheit unserer Services senden kannst.

Bist du startklar zur Erstellung deines Kurses? Na dann los!

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