Übungsaktivitäten und Wissenstests

Schwimmen lernst du nicht aus Büchern. Du musst ins Wasser gehen und es üben. Deinen Kursteilnehmern geht es genauso: Sie brauchen Möglichkeiten, den neu gelernten Stoff praktisch anzuwenden, um ihn zu üben und zu sehen, ob sie ihn wirklich beherrschen. Sorge in deinen Kursen deshalb dafür, dass sich die Teilnehmer anhand von Übungsaktivitäten ausprobieren und ihren Lernfortschritt mit Wissenstests überprüfen können. Das macht nicht nur viel mehr Spaß, sondern ist auch extrem effektiv. 

  • Übungsaktivitäten sind angeleitete Aktivitäten, in denen die Teilnehmer das Gelernte anwenden können. Sie sollten einen Bezug zu den Kursinhalten haben und authentische und praxisbezogene Situationen oder Anwendungen deines Kursthemas darstellen.
  • Mit Wissenstests können die Teilnehmer überprüfen, ob sie die Lernziele des Kurses tatsächlich erreicht haben. Gerade zum Überprüfen des Lernfortschritts oder wenn Teilnehmer herausfinden möchten, auf welche Bereiche der Kursinhalte sie sich vielleicht stärker konzentrieren sollten, sind Wissenstests ideal geeignet.

Ein Udemy-Kurs muss zwar nicht unbedingt Übungsaktivitäten und Wissenstests enthalten, aber du erhöhst damit auf jeden Fall die Qualität und auch die Attraktivität deines Kurses, denn Kurse mit Übungsaktivitäten und Tests bekommen häufig bessere Bewertungen und die Teilnehmer sind zufriedener. Am besten ist es, wenn du in deinem Kurs eine Mischung aus Übungsaktivitäten und Wissenstests verwendest.

Übungsaktivitäten planen

Im Idealfall sollte jeder Kursabschnitt mindestens eine Übungsaktivität enthalten. Füge die Aktivitäten immer dort ein, wo sie am besten in den Unterrichtsfluss passen, also nicht unbedingt erst am Ende eines Abschnitts, sondern beim entsprechenden Themengebiet. Gib den Übungsaktivitäten aussagekräftige Titel, damit die Teilnehmer klar erkennen, worum es geht. Verwende am besten ein einheitliches Namensschema, um dem Kurs Struktur zu geben.

Allgemeine Richtlinien für die Erstellung von Übungsaktivitäten

  • Anweisungen: Gib den Teilnehmern klare Anweisungen zum Inhalt und Ablauf der Aktivität. Du kannst die Anweisungen in Textform verfassen oder auch eine Videoanleitung aufnehmen. Beschreibe dabei die Aktivität selbst, ihren Zweck, was die Teilnehmer tun müssen und das erwartete Ergebnis und nenne alle Materialien, die zur Durchführung der Übung notwendig sind.
  • Zeitrahmen: Gib an, wie lange die Teilnehmer zum Durchführen der Aktivität ungefähr benötigen. Miss dafür die Zeitspanne, die du selbst für die Durchführung brauchst, und berücksichtige, dass deine noch ungeübten Teilnehmer wahrscheinlich eher zwei- bis dreimal so lange brauchen werden.
  • Beispiele: Gib unbedingt einige Beispiele an. Wenn du Beispiellösungen angibst, können die Teilnehmer ihre Arbeit eigenständig überprüfen.
  • Materialien: Erleichtere den Teilnehmern die Übungsaktivität, indem du ihnen eine Arbeitsvorlage zur Verfügung stellst. Dies könnte z. B. eine Vorlage, ein Arbeitsblatt oder auch eine Demo-Arbeitsumgebung sein.
  • Feedback: Achte darauf, dass die Teilnehmer Feedback zu ihren Aktivitäten bekommen. Ermutige sie, sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und sich gegenseitig Feedback zu geben. Erstelle eine Checkliste mit Qualitätskriterien, anhand derer die Teilnehmer prüfen können, wie gut sie die Übungsaktivität bewältigt haben. So können sie sich untereinander besser und gezielter Feedback geben.

Arten von Übungsaktivitäten

Du kannst entweder die Teilnehmer bitten, selbst bestimmte Aktivitäten durchzuführen, oder du kannst auch unsere Tools nutzen:

  • Aufgabe
  • Programmierübung
  • Materialien zum Herunterladen

Hier ein paar Profi-Tipps zu den einzelnen Aktivitäten:

Aufgaben

Bei Aufgaben können die Teilnehmer ihre Ergebnisse selbst kontrollieren, indem sie ihre Antworten auf die gestellten Fragen mit den von dir vorgegebenen Lösungen vergleichen. Mit Aufgaben kannst du deinen Teilnehmern z. B. sehr gut Fragen zu Anwendungsfällen oder zur richtigen Reaktion auf bestimmte Situationen stellen oder sie Fehler finden und beheben lassen. Hier wird erklärt, wie du Aufgaben erstellst.

Programmierübung

Diese interaktiven Übungsaktivitäten sind ein integraler Bestandteil von Udemy. Du kannst sie in deinen Programmierkursen nutzen, damit deine Teilnehmer ihre erworbenen Programmierkenntnisse praktisch anwenden können. Bei dieser Aktivitätsart geben die Teilnehmer den Programmiercode direkt in der Website ein und können ihn auch dort ausführen, ohne dass sie zu anderen Programmen oder Fenstern wechseln müssen. Außerdem erhalten sie Hinweise, wenn sie bei der Codeeingabe einen Fehler gemacht haben, sodass sie ihn direkt beheben und weiterarbeiten können. Hier findest du ausführliche Infos zu Programmierübungen für die einzelnen Programmiersprachen.

Materialien zum Herunterladen

Du kannst in deine Lektionen Links und Materialien zum Herunterladen einfügen und deinen Teilnehmern so ganz bequem Arbeitsblätter, Vorlagen, Demo-Arbeitsumgebungen und Referenzmaterialien zur Verfügung stellen. Hier wird erklärt, wie du Materialien zu Lektionen hinzufügst.

Allgemeine Richtlinien für das Erstellen von Wissenstests

Es gibt zwei Arten von Wissenstests: Zwischentests und Abschlusstests. 

  • Zwischentests erfolgen während des Kurses. Mit diesen Tests können die Teilnehmer überprüfen, wie gut sie die bisher behandelten Kursthemen verstanden haben, damit sie wissen, welche Lektionen sie gegebenenfalls erneut durchgehen sollten. Ein Zwischentest kann zum Beispiel ein Quiz am Ende einer Lektion sein. 
  • Abschlusstests erfolgen am Ende eines Kurses und sollen bewerten, ob die Teilnehmer die Lernziele des Kurses erreicht haben. Ein Beispiel für einen Abschlusstest wäre ein Praxistest am Ende des Kurses.

Überlege schon während der Planung, an welchen Stellen des Kurses es sinnvoll wäre, dass die Teilnehmer ihren Lernfortschritt mit Zwischentests überprüfen können und zu welchen grundsätzlichen Konzepten und Themenbereichen das Erreichen der Kursziele mit einem Abschlusstest bewertet werden sollte.

Mögliche Arten von Wissenstests

Dies sind einige Arten von Wissenstests, die du in deinen Kurs integrieren kannst:

  • Quiz
  • Praxistest
  • Capstone-Projekt

Hier einige Profi-Tipps zu den verschiedenen Tests:

Quiz

Quizze sind Multiple-Choice-Fragen und eignen sich vor allem für Kurse, bei denen es um Faktenwissen geht. Damit kannst du schnell überprüfen, ob die Teilnehmer den vermittelten Stoff verstanden haben, bzw. den Stoff festigen. Wirf zwischen den Lektionen immer mal wieder ein paar Fragen ein, damit sich die Teilnehmer das soeben Gelernte noch einmal vergegenwärtigen. Hier wird erklärt, wie du ein Multiple-Choice-Quiz erstellst.

Praxistest

Praxistests sind länger und komplexer als Quizze. Sie müssen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens absolviert werden und werden nach der Fertigstellung benotet. Praxistests eignen sich besonders dann, wenn dein Kurs die Teilnehmer auf eine Abschlussprüfung vorbereiten soll. Der Praxistest sollte die Prüfungssituation so realistisch wie möglich widerspiegeln. Verwende daher Fragen, die denen der echten Prüfung in Art, Länge, Anspruch und Schweregrad ähnlich sind (wie z. B. Abiturprüfungen, Sprach- oder IT-Zertifikate).

Hinweis: Du kannst auch Kurse erstellen, die ausschließlich aus Praxistests bestehen. Ein solcher Kurs muss dann mindestens zwei Praxistests enthalten. Hier wird erklärt, wie du Praxistests erstellst.

Capstone-Projekt

Ein Capstone-Projekt ist eine Art Abschlussprojekt, das die Teilnehmer am Ende des Kurses durchführen. Dabei sollen sie die im Kurs erworbenen Kenntnisse und Skills anwenden und eigenständig etwas erschaffen, beispielsweise eine Webanwendung oder eine Präsentation. Du kannst den Teilnehmern entweder schon während des Kurses immer wieder Hinweise zur Durchführung des Capstone-Projekts geben oder du stellst ihnen am Ende des Kurses die nötige Anleitung zur Verfügung, damit sie das Projekt selbständig durchführen können. Gestalte das Capstone-Projekt so, dass es für die Teilnehmer zu einer authentischen Praxiserfahrung wird, die sie später so tatsächlich erleben könnten. Ermutige die Teilnehmer dazu, ihre Capstone-Projekte in einem Online-Portfolio zu präsentieren. So können sich auch andere ihre Arbeit ansehen und du kannst ihnen besser Feedback geben.

Bist du startklar zur Erstellung deines Kurses? Na dann los!

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