Lernziele für deinen Kurs definieren

Was sind Lernziele?

Mit den Lernzielen definierst du konkret, was die Teilnehmer:innen können werden (und welche Skills sie beherrschen werden), nachdem sie deinen Kurs abgeschlossen haben. Sie müssen nachweisbar sein, d. h., die Teilnehmer:innen können später demonstrieren, dass sie das Lernziel erreicht haben, und sie müssen messbar sein, d. h., es muss sich anhand einer Auswertung messen lassen, was die Teilnehmer:innen gelernt haben.

Beispiel: „Kolleg:innen anhand des SBI-Frameworks (Situation/Behavior/Impact) konstruktives Feedback geben“. Die Teilnehmer:innen können das erreichte Lernziel demonstrieren, indem sie anhand des Frameworks ein Feedback verfassen, und du kannst dies messen bzw. den Skill bewerten, indem du das verfasste Feedback liest.


Warum ist es wichtig, Lernziele aufzustellen?

Mithilfe von Lernzielen kannst du deinen Kurs für Interessent:innen klar positionieren und sie dienen als Grundlage für deine Kursinhalte. Sie werden als Stichpunktliste auf deiner Kurs-Landing-Page angezeigt und erscheinen in einem Pop-up-Fenster, wenn die Besucher:innen auf der Homepage oder auf der Suchseite mit dem Mauszeiger auf deinen Kurs zeigen. Die Lernziele sind meist das Erste, was die Interessent:innen sehen, und sollten daher prägnant vermitteln, welche Skills in deinem Kurs unterrichtet werden. Lernziele dienen folgendem Zweck:

  • Sie sorgen für Klarheit: Lernziele sind gewissermaßen ein kleiner Ausblick in die Zukunft. Sie beschreiben das, was die Teilnehmer:innen können sollen, wenn sie deinen Kurs abgeschlossen haben. Aber sie definieren auch das Kompetenzniveau, das die Teilnehmer:innen brauchen, um dorthin zu gelangen. Die Teilnehmer:innen wenden Zeit und (oft) Geld in der Erwartung auf, bestimmte Skills zu lernen. Präzise formulierte Lernziele helfen ihnen dabei, im Vorfeld herauszufinden, ob dein Kurs für sie und ihre Karriereziele geeignet ist. Weitere Infos über das Definieren deiner idealen Zielgruppe findest du in unserem Leitfaden „Deine Zielgruppe definieren“.
  • Sie bieten eine Gliederung für deine Kursinhalte: Lernziele helfen dir dabei, sowohl deinen gesamten Kurs als auch die einzelnen Abschnitte, Lektionen und Übungsaktivitäten zu gliedern. Sie bilden das Gerüst, auf dem du deinen Content Stück für Stück aufbauen kannst, und führen meist zu besseren Lernergebnissen. Weitere Infos findest du in unserem Leitfaden „Kursgliederung ausarbeiten“.


Mit ansprechenden Lernzielen auf deiner Kurs-Landing-Page Interesse wecken

Du musst mindestens vier Lernziele für deinen Kurs formulieren, die potenziellen Nutzer:innen im Abschnitt „Das wirst du lernen“ auf der Kurs-Landing-Page angezeigt werden.

Achte bei der Formulierung der Lernziele für deine Kurs-Landing-Page darauf, verständlich und ansprechend zu beschreiben, welche Skills in deinem Kurs unterrichtet werden. Es sollten gerade genug sein, dass die Kursinhalte umfassend beschrieben werden, aber nicht so viele, dass die Interessent:innen sie nur oberflächlich überfliegen. Deine Lernziele sollten sich auf Aufgaben, Skills oder Ziele beziehen, die die Teilnehmer:innen wirklich erreichen möchten. Vermeide „Keyword-Stuffing“, überzogene Versprechungen und schwammige Formulierungen. 

Tipp: Versetze dich in die Lage von Interessent:innen und sieh dir an, wie die Lernziele bei ähnlichen Kursen anderer Dozent:innen aussehen. Aus welchen Gründen würdest du dich für oder gegen diese Kurse entscheiden? 


Lernziele an den Prinzipien des Lerndesigns ausrichten

Du kannst dich beispielsweise auf Frameworks wie die Taxonomie nach Bloom stützen, um deine Lernziele an verschiedenen kognitiven Ebenen auszurichten, vom einfachen Abrufen von Fakten bis zu abstrakteren Denkprozessen wie Analyse und Auswertung. 

Überlege, welches Vorwissen deine ideale Zielgruppe zu diesem Thema mitbringen sollte, und formuliere die Lernziele entsprechend. 

In der Taxonomie der Lernziele nach Bloom gibt es sechs Verständnisebenen. Wähle für die einzelnen Lektionen und Aktivitäten jeweils die entsprechende Ebene aus: 

  1. Wissen: Fähigkeit, Informationen wie Fakten, Begriffe und grundlegende Konzepte zu erkennen, ohne die zugrunde liegenden Konzepte zu verstehen
  2. Verständnis: Fähigkeit, Ideen oder Konzepte zu erklären
  3. Anwendung: Fähigkeit, Gelerntes in neuen Situationen anzuwenden
  4. Analyse: Fähigkeit, Verbindungen zwischen verschiedenen Ideen zu erkennen
  5. Evaluation: Fähigkeit, Dinge anhand von Kriterien und Normen zu beurteilen
  6. Synthese: Fähigkeit, neue Konzepte oder Ideen aus bereits vorhandenen zu erstellen

Diese Ebenen möchten wir am Beispiel eines Geometrie-Grundkurses verdeutlichen. Auf der Verständnisebene könnte das Lernziel zum Beispiel lauten: „Wissen, wie der Flächeninhalt von Dreiecken, Quadraten und Kreisen berechnet wird“.

Tipp: Menschen, die bei Udemy nach Kursen suchen, möchten nicht nur Konzepte, sondern auch konkrete Skills lernen, daher solltest du diese Skills unbedingt in deinen Kurszielen angeben. In unserem Geometriebeispiel könnten die Interessent:innen beispielsweise das Konzept des Flächeninhalts von Formen verstehen und die Skills zu deren Berechnung lernen wollen.


Konkret, authentisch und realistisch sein

Deine Lernziele sollten sich auf Aufgaben oder Ziele beziehen, die die Teilnehmer:innen wirklich erreichen möchten. Vermeide „Keyword-Stuffing“, überzogene Versprechungen und schwammige Formulierungen. 

Vergleiche in unserem Geometriebeispiel diese beiden Lernziele: 

  • Lerne alle geometrischen Formeln, um vom Anfänger zum genialen Geometrie-Guru zu werden
  • Lerne, anhand von grundlegenden geometrischen Formeln den Flächeninhalt verschiedener Formen sowie die Hypotenuse eines Dreiecks und den Umfang eines Kreises zu berechnen

Das zweite Lernziel ist konkret und realistisch formuliert, während das erste schwammig und überzogen ist. Orientiere dich bei der Formulierung deiner Lernziele eher am zweiten Beispiel. 


So verfasst du effektive Lernziele

Effektive Lernziele sind eindeutig, konkret, messbar, erreichbar und für die Teilnehmer:innen relevant. Sie sollten handlungsorientiert, aussagekräftig und klar verständlich sein und deinem Kursinhalt sowie eventuellen Wissenstests entsprechen.

Orientiere dich dabei an den folgenden Punkten:

  1. Benenne das Konzept oder den Skill, das bzw. den die Teilnehmer lernen sollen. Beispiel: Die Hypotenuse eines Dreiecks
  2. Gib die Verständnisebene an, die die Teilnehmer:innen demonstrieren sollen. In der Taxonomie der Lernziele nach Bloom gibt es sechs Verständnisebenen (Wissen, Verständnis, Anwendung, Analyse, Evaluation, Synthese). In diesem Beispiel nehmen wir „Anwendung“.
  3. Beschreibe das Verhalten auf der entsprechenden Lernebene mit einem nachweisbaren und messbaren Verb. Beispiel: Die Hypotenuse mit dem Satz des Pythagoras berechnen.
  4. Füge weitere Kriterien hinzu, die angeben, wie oder wann das Ergebnis anwendbar ist, damit die Teilnehmer:innen es einordnen können. Beispiel: Die Hypotenuse eines rechtwinkligen Dreiecks für eine einfache Konstruktionszeichnung berechnen.


Wichtigste Ergebnisse

  • Lernziele sind konkrete und messbare Ergebnisse, die angeben, was die Teilnehmer:innen können sollten, nachdem sie deinen Kurs abgeschlossen haben.
  • Effektive Lernziele sind eindeutig, erreichbar und relevant und enthalten keine überzogenen Versprechungen oder schwammigen Formulierungen. 
  • Mithilfe von Lernzielen kannst du deinen Kurs und seine Pluspunkte für Interessent:innen auf der Kurs-Landing-Page klar positionieren.
  • Nutze die Lernziele zur Gliederung deiner Kursinhalte in Abschnitte, Lektionen und Übungsaktivitäten, damit sich die Teilnehmer:innen gut zurechtfinden.
  • Stütze dich auf Frameworks wie die Taxonomie nach Bloom, um deine Lernziele an verschiedenen kognitiven Ebenen auszurichten, vom einfachen Abrufen von Fakten bis zu anspruchsvollen Denkprozessen wie Analyse und Evaluation.


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